Brücken zu Menschen und Visionen

Die Konjunktur ist im Schwung, Geschäfte laufen – alles prima. Alles? Nicht wirklich, denn der Wettbewerb in globalisierten Märkten wird noch härter, Veränderungen und Anforderungen an Mitarbeiter in Unternehmen beschleunigen sich vehement und viele Unternehmen überprüfen derzeit allerlei Geschäftsmodelle auf ihre jeweilige Zukunftsträchtigkeit.


Daher werden mit Ehrgeiz, Fleiß und manchmal schon einem fast besessenen Hang zum Perfektionismus immer weitere Unternehmenszusammenschlüsse vorbereitet, die dann leider viel zu oft und unter großen Verlusten geräuschvoll und medienwirksam scheitern. Dabei bleibt, trotz aller Risiken des eventuellen Scheiterns, das Ziel Synergien durch Zusammenschlüsse zu erreichen, neue Märkte und Kunden zu gewinnen oder den Zugang zu Know-how und Rohstoffen zu schaffen weiter im Fokus deutscher und internationaler Führungsetagen.


Längst ist bekannt, dass nur der Leistungen erbringt und Ziele erreicht, der im Vorfeld der Übernahme sorgsam darauf geachtet hat, dass alle wichtigen Faktoren vor der Übernahme in die richtige Richtung verschoben wurden, dass Werte ausbalanciert und Projekte frühzeitig geplant wurden. So perfekt, unauffällig und effektiv wie unser Gehirn jeden Muskel im Körper lenkt und die Winkelstellung jedes einzelnen Gelenkes koordiniert, so wünscht man sich heute im Zeitalter aller denkbaren Möglichkeiten die Leistungen des Managements, wenn es um die schwierige Aufgabe der Zusammenführung von Unternehmen geht. Schnell, kostengünstig und vor allem reibungslos soll alles vonstattengehen.


Dabei sind Fusionen keine Erfindung der Postmoderne, schon immer gab es Unternehmenszusammenschlüsse in den unterschiedlichsten Formen; neu ist jedoch, dass immer größere Firmenimperien, immer mehr Daten, Informationen und die unterschiedlichsten Produkte in einer Welt der Gegensätze plötzlich miteinander verflochten werden. Und doch waren in den letzten Jahren über 50% der Unternehmenszusammenschlüsse nicht erfolgreich, weil der Übernehmende vom Übernommenen als Stärkerer wahrgenommen wird, der mit lautem Getöse und Siegerpose sein Imperium neu ordnet und alles bisher Dagewesene mit einer wässrigen Unterschrift verändert. Dieses Verhalten löst dementsprechend Widerstände und Ängste in Unternehmen aus, die bei internationalen Zusammenschlüssen noch durch stärker divergierende, kulturelle Aspekte potenziert werden. Die Aufgabe des Managements besteht also vornehmlich darin, Prozesse, Systeme, Kulturen aber letztendlich auch Menschen so zusammenzubringen, dass die größte Hürde bei einer Übernahme überwunden wird, die Distanz.


Unternehmen zusammenzuführen stellt also immer eine große beiderseitige Integrationsleistung dar, denn aus manchmal völlig unterschiedlichen Unternehmenskulturen muss schließlich ein gemeinsames Wertegerüst entworfen werden; Visionen müssen neu entstehen und Zukunft muss plötzlich gemeinsam gestaltet werden.


Kottmann & Partner weiß von diesen Herausforderungen und begleitet solche Prozesse mit sensiblem Gespür und großem Erfolg. Nur die Pläne und Werte, die auch wirklich von jedem Mitarbeiter selbstbewusst umgesetzt und getragen werden, sind letztendlich auch bedeutend für das Zusammenwachsen von Organisationen und bilden die Plattform für den gemeinsamen unternehmerischen Erfolg.


Die komplexen Zusammenhänge, Mehrarbeit, Erfolgsdruck, weniger Zeit im Privatleben führen dann nicht selten dazu, dass Führungskräfte ausgepowert sind und keine innovativen Kräfte mehr freisetzen können, im Verhalten unangemessen hart werden oder durch Orientierungslosigkeit und Burn-out mitten im Prozess sogar ganz ausfallen.


Mitarbeiter und Management, die versäumt haben, füreinander Brücken zu bauen, erleben die Übernahme als Überforderung und einen fast unüberwindbaren Stress.


Die Kunst, den Veränderungen am globalen Markt erfolgreich zu begegnen, besteht also darin, Balance zu halten zwischen Beständigkeit und Aufbruch, zwischen Selbst und Partnerschaft. Gesundheit und Erfolg haben gemeinsam, dass in einer Welt der Gegensätze, die eigene Mitte wiedergefunden werden muss. Aus diesem Bewusstsein heraus können Entscheidungen nicht mehr nur „entweder- oder“ heißen, sondern „sowohl - als auch“.


Thomas Kottmann